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Bischönmeinfroind

Nach meinem letzten Bad im Kantinenfettabscheider: Ich komme ins Sinnieren über Fluidität, Viskosität und die Van-der-Waals-Kräfte. Ich glänze, tropfe an allen Enden und rieche wie ein Brathahn. (von Kenred Friedrich Talbot)

medien jb 090120 bockwurst 550x384 Bischönmeinfroind

- Allesklarmeinfroind?! Bischön?
- Alles klar!
-
Ja, Bischönmeinfroind?
- Bitte einmal Döner Knoblauch, ohne Zwiebeln zum Mitnehmen!
- Mit Schafkäse?
- Nein danke.
- Ok! Dönersalladalleskomplett!
- Nein, ohne Zwiebeln!
- Sossebischön!?
- Knoblauchsoße bitte!
- Salladalleskompled?
- Bitte ohne Zwiebeln.
- Scharfmachen?
- Ein bisschen…
- Bisschenscharf, Bischönmeinfroind.
- Bitte noch einpacken.
- So – Dönersalladalleskompled Bisschenscharfzummitnehmen, Bischönmeinfroind. Danke Ciao!

[ Der zeitlose Klassiker einer ganz gewöhnlichen Grillgutbestellung.]

Darf man von einem Verkäufer erwarten, dass er sich drei Produktkriterien – welche effektiv die Ausgabe eines Endproduktes beeinflussen – länger als drei Minuten merken kann – sprich, die hundertprozentige Konzentration auf mich – den Kunden? Generell ja, aber erwiesenermaßen sind Fett-Dämpfe, die beim stundenlangen Anbraten von Allerlei Grillgut entstehen, für den Koch ebenso schädlich wie permanenter Zigarrettenrauch. Eventuell treffen wir hier häufig auf Vertreter einer schwerst geschädigten Berufsgruppe. Eine persönliche Jahreslangzeitbetrachtung ergab, das mit steigender Personaleinsatzquote des Herrn G. Riller seine Fähigkeiten zur Informationsaufnahme- und Speicherung proportional abnahmen. Vermutung: der Spießbräter scheint der überirdische Kohlekumpel der Neuzeit. Dementsprechend sind in diesem nicht unkritischen Bereich der Nahrungsmittelzubereitung Arbeitsschutzmaßnahmen selbstredend und unabdingbar, um dem Voranschreiten von Fettlunge und ebenso dem Fetthirn massiv entgegen zu wirken. Betrachtet man aber objektiv den radikalen Anstieg von Kurzzeitgedächtnislücken, so ließe dies unter anderem Rückschlüsse auf nicht ganz korrekte Arbeitsbedingungen zu (Faktoren wie Monotonie oder Unaufmerksamkeit schließen wir in unserer Betrachtung empirisch aus). Was tun, damit der Kunde sich wieder voll verstanden und geachtet fühlt?

Ich plädiere für mehr „Frische in der Zentrale“!
So rufe ich die G. Rillers der Nation: Spießbürger dieser Welt vereinigt euch!
Für f
rischere Luft in der Spießbude, mehr Urlaub am Spießplatz, sowie arbeitserleichternde Maßnahmen durch Zukauf von „Spießlein-schnippel-dich-selbst“!

Bischönmeinfroind!

P.S: Die langsam wieder aufkeimende Frage am Ende einer Bestellung: „Dazueinbiernochmeinfroind?!“ – ist als unbedingter Genesungsfortschritt und Inkrafttreten o.g. Forderungen zu betrachten und sollte dementsprechend auch nur mit einem kurzen aber präzisen : „Ja, Bitte mein Froind!“ erwidert werden.

Artikel veröffentlicht von Kenred-Friedrich am: 20.01.09

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