iPhoneograpy
Das wir mit dem iPhone fast alles erledigen können, ist keine Neuheit. Ganze Bands haben Ihre analogen Musikinstrumente bei eBay verkauft und sich komplett auf das Musizieren mit dem Telefon konzentriert. Menschen verlaufen sich auf Grund von nicht funktionierenden Navigationssystemen und tauchen nie oder erst nach Jahren wieder auf. Apple freut sich über diese Entwicklung und sorgt mit einer immer größeren Anzahl an Apps in ihrem Store für die totale Verblödung Digitalisierung der Menschheit. (von Moritz Otto)
Als fotografierfreudiger Mensch spielt die erbsengroße Kamera in dem oben genannten Gerät natürlich eine große Rolle. Ich erinnere mich noch sehr gut an mein erstes Fotohandy. 0,3 Megapixel sorgten für briefmarkengroße Schnappschüsse, die Auslöseverzögerung konnte man wunderbar als Kaffeepause nutzen und die lustigen Bilderrahmen in der Kamerasoftware hätte man besser in den 20er Jahren als Teil der Dada-Bewegung verkaufen sollen. Diese Technik hat uns trotzdem nicht daran gehindert, spielerisch mit ihr umzugehen. Eine Kombination aus Auslöseverzögerung und Handy-Hochwurf ergab sehr interessante Motive, besonders wenn man diese in einem Copyshop (der Besitzer konnte es nicht fassen) auf DIN A0 ausdrucken ließ.
Nun, sechs Jahre später… Polaroid ist tot und in einer anderen Form wieder auferstanden, jeder hat ca. 10 alte Handys in der Schublade und wer in der Medienbranche arbeitet hat eh ein iPhone. Die 3,2 Millionen Pixel die uns dieses Gerät nun durch Ihre Murmel auf den stecknadelgroßen Chip brennt, geben uns endlich das Gefühl „richtige“ Fotos zu machen. Durch den Einsatz bestimmter Apps wurde es sehr schnell zum Trend die immer noch relativ schlechte Bildqualität durch geschickte Softwarefilter zu einem retro-fotografischem Ergebnis zu trimmen. In den letzten 2 Jahren hat sich daraus eine neue Art der Fotografie entwickelt. Durch das ständige Mitführen seines Handys hat man immer die Möglichkeit Fotos zu machen und direkt auf dem Gerät zu bearbeiten. Der Schritt der digitalen Nachbearbeitung auf dem Computer fällt in diesem Fall meistens weg und ist in der iPhoneograhpy-Szene nicht gerne gesehen. Im folgenden Teil möchte ich euch fünf interessante iPhone-Apps vorstellen.

Moritz Otto – No title (Lo-Mob App)

Moritz Otto – No title (Lo-Mob App)
1. Lo-Mob
Mit der Lo-Mob App kann man seine Fotos durch die einfache Auswahl von Filtern auf „Retro“ trimmen. Es geht von „Classic Vintage“ über „35mm Film Experimentation“ und „Emulsions“ bis hin zu „Instant Matic Photography“. Die App gibt einem ein sehr umfangreiches Angebot an Möglichkeiten und ist vom Interface sehr einfach gehalten. Die Ergebnisse werden im iPhone Fotoalbum gespeichert. (iTunes Link / 1,59€)
2. CameraBag
CameraBag ist ein Klassiker der iPhoneography Apps. Eine sehr einfach zu bedienende App mit zahlreichen Filtern wie zB. Lomography, Cross-Processing und diversen Mono-Filtern. Die App würde ich als Basic-Kit für jeden Anfänger empfehlen. (iTunes Link / 1,59€)
3. Hipstamatic
Das Interface der Hipstamatic App ist mit sehr viel Liebe zum Detail entwickelt worden. Die Filter werden mit einer Film- bzw. Objektiv -Metapher versehen. Man kann in der App weitere Filter nachkaufen und kombinieren, der quadratische Sucher ist sehr hilfreich beim Fotografieren. Bilder aus dem Fotoalbum können nicht nachträglich mit Hipstamatic bearbeitet werden. (iTunes Link / 1,59€)
4. TiltShiftGen
Der TiltShift-Generator sorgt für den allseits beliebten Tilt-Shift-Effekt. Siehe VRU-Berlin > Tilten&Shiften (iTunes Link / 0,79€)
5. ShakeItPhoto
Diese App ist genau das richtige für alle Polaroid Freunde und beschränkt sich nur auf den bekannten Instant-Look. (iTunes Link / 0,79€)
Für alle interessierten, hier noch ein paar Links zur iPhoneography:
http://www.iphoneography.de
http://www.iphonecameraproject.com/
http://www.iphoneography.com/
http://www.flickr.com/groups/iphoneography/
http://www.flickr.com/groups/iphoneographers/
http://iphoneblography.com/
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