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Star Trek – eine Zeitreise

„Waaaas, du hast noch nie etwas von Star Trek gehört?!“ Dieser entsetzte Aufschrei eines Freundes klingt mir heute noch in den Ohren. Ich als Kind vom Lande mit Eltern, die ohne Videogerät, Auto und dem Verzicht auf das Wunder Privatfernsehen ganz glücklich waren, musste passen. (Rebecca Hildenhagen)

Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich die verpasste Zeit ganz gut aufgeholt habe. Captain Kirk, Mr. Spock und Schiffsarzt McCoy in der Serie Star Trek (Raumschiff Enterprise) bei ihren aufregenden und wunderbar absurden Abenteuern im Weltraum zu begleiten hat mir jede Menge Spaß gemacht. Oh ja, ich muss es zugeben. „Was soll der Quatsch“ oder „Weltraum – ist doch albern“ waren nur einige Dinge, die ich allein bei dem Vorschlag, mir die Serie von Gene Roddenberry einmal anzusehen, abwehrend ausgerufen habe. Doch nach einer Folge, und der nächsten und übernächsten musste ich zugeben, dass man diese, aus heutiger Sicht, unbedarfte aber charmante Serie um Kirk & Co einfach gern haben muss.

Allen voran natürlich Spock, den spitzohrigen Liebling aller Frauen, der auch mir mit seinem trockenen Humor und dem aufreizenden Heben seiner Augenbrauen einige Seufzer entlockte. Doch was genau ist das Geheimnis dieser vulkanischen Anziehung? Diese Frage beantwortete Leonard Nimoy (Darsteller des Spock), so: „Eine Figur, die keine Gefühle ausdrücken konnte und somit auch nicht Liebe ausdrücken konnte. Das könnte für eine Frau eine Herausforderung darstellen, die glaubt, dass sie diejenige sein könnte, ihn zur Liebe zu verführen.“ (Quelle: Star Trek, „Wo bisher noch niemand gewesen ist“, Heyne). Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die drei Hauptakteure bei ihren Reisen auf neue Planeten früher oder später garantiert immer vor einem Felsen stehen, der dem Zuschauer schon nach drei Folgen sehr bekannt vorkommt. Mal gelb, mal rot beleuchtet steht dieser Fels für die Beständigkeit und sympathische Behäbigkeit der Serie. Nach dem Ende der 79. Folge und dem Beginn der neuen Serie Star Trek – The Next Generation musste ich mich an das pseudo-moderne 70er Jahre Dekor und die merkwürdigen Liegestühle auf der Brücke des neuen Raumschiffs Enterprise erst einmal gewöhnen.

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Illustration: © 2010 Rifkah

Über Captain Jean-Luc Picard und seine Mannen kann ich nicht viel sagen. Nein, es war nicht meine Serie. Und auch wenn ich jetzt vielleicht Scharen von „Trekkies“ gegen mich aufbringe (Beschwerden können gerne nicht eingereicht werden) muss ich es jetzt einmal mit aller Deutlichkeit sagen: ich kann Riker einfach nicht leiden!
Also schnell weiter im Text – die Macht des Autors macht es möglich. Nach Star Trek – The Next Generation folgte schnell Star Trek – Deep Space Nine. Zwar habe ich auch hier (noch) nicht alle Staffeln gesehen – zu dieser Zeit lief Sex and the City und das war ist definitiv eher mein Universum – doch durch den Ortswechsel von einem Raumschiff auf eine Raumstation und die Einführung verschiedener Spezies und Charaktere kam wieder Spannung in die Sache.

Aktuell arbeite ich mich durch die neueste und – wie ich finde – beste Serie aus dem Konglomerat Star Trek. Star Trek – Enterprise. Sie spielt vor der alten Serie, eine Idee, die in den letzten Jahren immer wieder gerne angewandt wird (denken wir nur an Star Wars, Die Abenteuer des jungen Indiana Jones usw.). Kann man aus dramaturgischen Gründen nichts hinten dran hängen, schreibt man einfach eine Geschichte vor der Geschichte. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht. Denn in dieser Serie entdecken wir mit den zukünftigen Weltraumforschern all die Tücken, Aufregungen und Probleme, die so eine Reise in unbekannte Welten bekanntermaßen mit sich bringen kann. Der erste Warp-Antrieb mit 4,5 sorgt für einige Aufregung, dass Beamen wird noch misstrauisch beäugt und zunächst nur für den Transport von „Obst und Gemüse“ benutzt. Die Enterprise hat noch mit Kinderkrankheiten zu kämpfen und die Vulkanier sind (noch) nicht die besten Freunde des Menschen. Mit an Bord ist außerdem ein Beagle namens Porthos, der Hund des Captains. Die Frage, wo das Tier sein „Geschäft“ verrichtet wird leider nie beantwortet und beschäftigt nicht nur mich nach wie vor. Auch in diversen Fanforen wird diese Frage heiß diskutiert, doch die bisherigen Antworten (Kiste, Luftschleuse, Botanischer Garten) sind nicht sehr befriedigend. Sollte einer unserer geschätzten Leser die Lösung dieses Problems wissen, bitten wir um Antwort.

film rh startrek 02 510x409 Star Trek – eine Zeitreise

Illustration: © 2010 Rifkah

Oder wie steht es mit der Frage nach der mysteriös glitzernden Zaubercreme, mit der sich alle Crewmitglieder eincremen, wenn sie mit möglichen Krankheitserregern anderer Spezies Kontakt hatten. In einer dunklen, blau durchfluteten Dekontaminationskammer soll dieses Ritual gegenseitigen Eincremens (hier ein anderes Wort für: ungeniertes befummeln von Crewmitgliedern) wohl ein wenig Sexappeal in die sonst so öde anmutende technische Welt eines Raumschiffes bringen. Langsame Kamerafahrten über glitzernde Schenkel, straffe Bäuche und gut gebaute Oberkörper lassen einen allerdings eher an einen misslungenen Softporno denken. Leider wurde auf den Einsatz von 70er Jahre Weichzeichnern verzichtet. Schade. 2005, nach nur vier Jahren, wurde diese Serie schon wieder abgesetzt. Es wäre also bald mal Zeit für eine Neue, meine verehrten Damen und Herren Produzenten. Der Weltraum ist groß, unerforscht und voller Geheimnisse. Lösen wir sie!

* Anmerkung: 2009 kam der Kinofilm Star Trek in die Kinos. Fazit: Actionfilm im Weltraum. Auch wenn man den Eindruck gewinnt, dass die amerikanischen Jungschauspieler noch vor kurzem mit alltäglichen Problemen wie Akne und Pubertätsproblemen zu kämpfen hatten und mit solch komplexen Themen wie dem Retten eines Planeten ein wenig überfordert sind, ist vor allem der Darsteller des jungen Spock, Zachary Quinto, einfach zum knutschen. Es scheint etwas dran zu sein, an dem Faszinosum des Vulkaniers…

Artikel veröffentlicht von Rebecca am: 03.08.10

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